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Wirtschaftlichkeitsrechnung zu BAFA-Kosten und Zuschuss

Förderung nutzen

Was kostet eine BAFA-Beratung tatsächlich?

Ein Unternehmer hört „BAFA-Zuschuss" und denkt zunächst, er müsse nur den Eigenanteil an den Berater überweisen. Der tatsächliche Ablauf ist ein anderer.

Die Beratung wird zunächst vollständig bezahlt. Erst nach Abschluss und Prüfung des Verwendungsnachweises zahlt das BAFA den bewilligten Zuschuss an das Unternehmen aus.

Dieser Beitrag rechnet nur das Geld durch. Wie das Programm aufgebaut ist, wer antragsberechtigt ist und welcher Fördersatz an Ihrem Standort gilt, steht auf der Seite zur BAFA-Förderung für Unternehmens­beratung.

Die Bemessungsgrundlage ist eine Grenze, kein Festpreis

Für das aktuelle Programm „Förderung von Unternehmens­beratungen für KMU" liegt die maximal förderfähige Bemessungsgrundlage bei 3.500 Euro. Das ist eine Obergrenze für die Förder­berechnung, kein fester Beratungspreis. Bei DiKoKi liegt ein BAFA-fähiges Mandat üblicherweise bei 3.500 Euro, je nach Betrieb und Beratungsumfang darunter oder darüber. Bezuschusst wird in jedem Fall nur der Anteil bis zur Bemessungsgrenze. Kostet die Beratung beispielsweise 5.000 Euro, bleiben trotzdem nur 3.500 Euro förderfähig. Bei 50 Prozent Fördersatz sind das weiterhin höchstens 1.750 Euro Zuschuss, der Eigenanteil steigt dadurch von 1.750 auf 3.250 Euro. Umgekehrt gilt: Ein eng abgegrenzter Schwerpunkt mit kleinerem Umfang kann auch weniger als 3.500 Euro kosten. Dann sinkt der Zuschuss proportional mit, weil er sich am tatsächlichen Honorar bemisst. Der Umfang richtet sich nach der Fragestellung, nicht nach dem, was sich maximal fördern ließe.

Beispiel Nordrhein-Westfalen

Beratungshonorar 3.500 Euro, Fördersatz 50 Prozent, möglicher Höchst­zuschuss 1.750 Euro. Der wirtschaftliche Eigenanteil nach bewilligter und ausgezahlter Förderung liegt damit bei 1.750 Euro. Das Unternehmen muss die 3.500 Euro zunächst vollständig bezahlen und diese Zahlung im Verwendungsnachweis belegen.

Beispiel Förderregion mit 80-Prozent-Satz

Beratungshonorar 3.500 Euro, Fördersatz 80 Prozent, möglicher Höchst­zuschuss 2.800 Euro. Der wirtschaftliche Eigenanteil sinkt damit auf 700 Euro. Welche Förderquote gilt, hängt vom Standort der beratenen Betriebsstätte ab.

Was in der Rechnung nicht verschwinden darf

Der Eigenanteil ist nicht die einzige wirtschaftliche Größe. Nach der Beratung können Umsetzungs­kosten entstehen, etwa für Software, Personal, Agentur­leistungen, Schulungen oder interne Arbeitszeit. Ein vernünftiges Mandat klärt deshalb neben dem Preis auch, welche Maßnahme empfohlen wird, was ihre Umsetzung kostet, welche laufenden Kosten entstehen, welche Wirkung sie haben soll und wie diese Wirkung später gemessen wird.

Warum der Beratermarkt rund um das BAFA-Programm unübersichtlich geworden ist

Rund 3,4 Millionen kleine und mittlere Unternehmen stehen in Deutschland einer im Vergleich sehr überschaubaren Zahl beim BAFA registrierter Berater gegenüber. Bei diesem Ungleichgewicht überrascht es wenig, dass sich um das Programm herum ein eigenes kleines Geschäfts­modell entwickelt hat. Dienstleister bieten an, Berater bei der BAFA listen zu lassen, ihnen die Berichte zu schreiben und die komplette Abwicklung mit dem Amt abzunehmen. Manches davon ist seriös. Ein Teil davon sorgt aber vor allem dafür, dass jemand formal gelistet ist, ohne die eigentliche fachliche und verfahrenstechnische Erfahrung selbst aufgebaut zu haben.

Worauf es bei der Beraterauswahl ankommt

Eine offizielle Information zur Beraterauswahl rät Unternehmern ausdrücklich, gezielt nachzufragen, ob ein Berater bereits Erfahrung mit dem Förder­programm gesammelt hat und ob er tatsächlich beim BAFA registriert und anerkannt ist. Das allein reicht aber noch nicht. Entscheidend ist, ob ein Berater bereits Projekte begleitet hat, bei denen der Kunde am Ende auch sein Geld vom BAFA zurückbekommen hat. Registrierung und Anerkennung sagen für sich genommen nichts darüber, ob die Abwicklung danach auch funktioniert.

Bei DiKoKi haben 2025 zwei Kunden mit jeweils zwei Projekten die Förderung durchlaufen, beide haben ihren Zuschuss ausgezahlt bekommen. Beim einen dauerte es rund drei Monate, beim anderen rund acht. Der Grund waren zwei Formalien auf Kundenseite: einer fehlenden handschriftlichen Unterschrift und einem Kontoauszug, aus dem nicht eindeutig hervorging, dass die Berater­rechnung vollständig bezahlt wurde. Auf jede Rückfrage des BAFA zu solchen Details beginnt die komplette Prüfung erneut, nicht nur der betroffene Punkt. Genau deshalb gehört die Vollständigkeit dieser Unterlagen von Anfang an in die Beratung, nicht erst in die Nachbereitung.

Nicht jede Beratung ist förderfähig

Das BAFA fördert konzeptionelle, individuelle Beratungen zu wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmens­führung. Nicht gefördert werden unter anderem Maßnahmen, die überwiegend Rechts- oder Steuer­beratung enthalten, überwiegend Fördermittel­beratung sind oder auf die Vermittlung beziehungsweise den Erwerb bestimmter vom Berater vertriebener Waren und Dienst­leistungen gerichtet sind. Die konkrete Maßnahme muss Analyse, Schwachstellen und betriebsindividuelle Handlungsempfehlungen umfassen und dokumentiert werden.

Erst Antrag, dann Vertrag und Beratung

Der Antrag wird vor Beginn gestellt. Erst nach der entsprechenden Information beziehungsweise Freigabe im Förderverfahren darf der Beratungsvertrag geschlossen und mit der Beratung begonnen werden. Eine rückwirkende Förderung ist ausgeschlossen. Nach Abschluss müssen Beratung und Zahlung nachgewiesen werden, über Bewilligung und Auszahlung entscheidet das BAFA.

Der Zuschuss macht eine schlechte Beratung nicht günstig

Ein Eigenanteil von 1.750 Euro ist zu hoch, wenn die Fragestellung keinen wirtschaftlichen Wert hat. Eine ungeförderte Beratung kann dagegen sinnvoll sein, wenn sie eine relevante Entscheidung betrifft, die nicht in den Förderrahmen passt. Die richtige Reihenfolge bleibt deshalb immer dieselbe: zuerst das Problem klären, dann die passende Beratungsform bestimmen, erst danach die Förderung prüfen.

Wie Sie einen passenden Berater auswählen, zeigt BAFA-Berater auswählen: Worauf Unternehmer achten sollten, typische Ablehnungsgründe BAFA-Beratung abgelehnt: Typische Gründe und was sie bedeuten. Woher das Geld stammt und was die Erklärung dazu verlangt, klärt De-minimis-Erklärung und Förderherkunft.

Text: Igor Solowjew

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