
Projektbeispiele
Vier Fragestellungen im Detail. Und eine Auswahl aus der übrigen Arbeit.
Jeder Fall folgt derselben Reihenfolge: Was war die Ausgangslage, wo lag die Ursache, was wurde verändert. Namen bleiben außen vor, die Zahlen stimmen.
Prozess und Vertrieb · Eventlocation im Rheinland
Wenn die Website ein Sofortkauf ist, das Geschäft aber ein Termingeschäft
Ausgangslage: Grillkurse, Firmenveranstaltungen, individuelle Formate. Die Website war als Onlineshop gebaut: Kurse ließen sich auswählen, ein Termin war im Kaufvorgang nicht vorgesehen, und sofort sollte der Betrag für zehn Personen bezahlt werden. In der Praxis riefen Interessenten deshalb an und klärten den Termin telefonisch.
Ursache: Eine terminabhängige Veranstaltungsleistung war technisch wie ein sofort verfügbares Standardprodukt abgebildet. Jeden fehlenden Schritt fing der Betreiber von Hand auf.
Bearbeitet: Zuerst der tatsächliche Weg vom ersten Interesse bis zur verbindlichen Veranstaltung, nicht die Website. Daraus der Soll-Prozess, danach die Umsetzung: strukturiertes Anfrageformular, freigegebener Veranstaltungskalender, ein Assistent für wiederkehrende Fragen, getrennte Wege für Firmen- und Privatkunden. Parallel Suchmaschinenoptimierung, lokale Sichtbarkeit, Angebotsstruktur und Direktakquise.
Ergebnis: Buchungen bereits in der ersten Woche nach Umstellung. Nach rund zwei Wochen Top-3-Platzierungen bei Google für die relevanten Suchanfragen, wenige Tage nach der finalen Version auch Empfehlungen in KI-Assistenten. Weniger Abstimmungsschritte, vollständigere Anfragen, schnellere Angebote.
Mai bis November 2025. Such- und KI-Ergebnisse sind dynamisch; die Angaben beschreiben den im Projekt festgestellten Stand.
Personal und Organisation · Immobilienpflegebetrieb im Kreis Mettmann
Nachfrage vorhanden, Wachstum blockiert
Ausgangslage: Ein 2023 gegründeter Betrieb für Hausmeisterservice, Grünpflege, Gebäudereinigung und Winterdienst. Der Inhaber war gleichzeitig ausführende Kraft, Disponent und Vertrieb. Kein Verfahren zur Personalgewinnung, keine digitale Einsatzplanung, kein dokumentierter Ablauf.
Bearbeitet: Kapazitäts- und Personalbedarfsrechnung auf Basis echter Auftragsstunden statt Schätzungen. Für jeden Tätigkeitsblock ein Beschäftigungsmodell mit den zugehörigen Arbeitgeberkosten je Wachstumsstufe. Ein wiederholbares Recruiting-Verfahren mit schaltfertigen Anzeigen, Auswahlweg und Einarbeitungsstandard. Dazu digitale Einsatzplanung mit Fotodokumentation und ein Betriebshandbuch mit festen Abläufen.
Eine Empfehlung gegen den ersten Impuls: Der Betrieb stand kurz davor, eine Branchensoftware für rund 300 € monatlich einzuführen. Bei dem damaligen Umsatz wären das zwei bis drei Prozent der Einnahmen allein für Software gewesen, bei einer Komplexität, die ein Einzelkämpfer nicht bedienen kann. Empfohlen wurde eine Kombination aus Dienstplanung mit Lohnexport und schlanker Objektdokumentation für einen Bruchteil der Kosten, mit klar benannter Umsatzschwelle für den späteren Wechsel.
Zweite Fragestellung im selben Betrieb: Die Lagerhalle lag in der Innenstadt und war vollständig zugestellt; wer Material brauchte, musste erst anderes herausräumen. Vor der Suche nach einer neuen Fläche wurde der Bedarf beschrieben: Fläche, bauliche Anforderungen, Lage zu den betreuten Objekten, Stellplätze, Büroanteil und die Grenze, was die Fläche im Verhältnis zum Nutzen kosten darf. Daraus entstand ein Suchprofil für Portale und regionale Gruppen. Bisher war kein Objekt dabei, das die Kriterien erfüllt. Der Betrieb erkennt ein ungeeignetes Angebot jetzt aber in fünf Minuten.
Beratungsmandat 2026. Beratung dieser Art ist über das BAFA-Programm förderfähig.
Nachfolge und Unternehmenswert · Getränke- und Cateringunternehmen aus NRW
Was ein Unternehmen wert ist, wenn die Inhaber nicht mehr mitarbeiten
Ausgangslage: Ein seit 2018 bestehender Betrieb mit zwei Geschäftsführern, weiteren Festangestellten, festem Freelancer- und Partnerstamm, eigenem Equipment und eigener Lagerfläche. Über die Website kommen täglich zwei bis drei Anfragen, die Marke ist eingetragen. Die Frage der Inhaber: Was wäre das Unternehmen bei einem Verkauf wert?
Bearbeitet: Grundlage war die betriebswirtschaftliche Auswertung. Neben die Kostenstruktur wurde der tatsächliche Stundeneinsatz der Geschäftsführung gelegt. Beide arbeiteten stark im Tagesgeschäft mit. Ein Käufer muss diese Arbeitszeit nach der Übergabe durch bezahlte Kräfte ersetzen und zieht die Kosten dafür vom Ergebnis ab, bevor er einen Preis nennt.
Wertsteigernde Hebel: Aufgaben delegieren und automatisieren, damit der Stundeneinsatz der Geschäftsführung sinkt. Einzelaufträge in Rahmen- und Langzeitverträge überführen, weil planbarer Umsatz höher bewertet wird als wiederkehrender Zufall. Die eingetragene Marke als Vermögenswert ausbauen statt sie nur zu halten. Die täglichen Anfragen über die Website so dokumentieren, dass sie als belegbarer Vertriebskanal in die Bewertung eingehen.
Ergebnis: Eine Rangfolge der Maßnahmen mit ihrer Wirkung auf den Unternehmenswert und dem jeweiligen Zeitbedarf. An der Inhaberabhängigkeit lässt sich zwei bis drei Jahre vor einem Verkauf noch etwas ändern, im Verkaufsjahr nicht mehr.
Analyse zur Übergabefähigkeit, 2026. Für Bewertung und Vertragsgestaltung sind Steuerberatung und Fachleute für Unternehmensbewertung zuständig. Wer eine externe Nachfolge sucht, findet über die Unternehmensbörse nexxt-change von Bund, DIHK und KfW passende Kandidaten; die IHK Düsseldorf begleitet das Verfahren.
Wissenssicherung und Organisation · Interner Servicebetrieb in einer Unternehmenszentrale
Der Betrieb lief, solange die eine Person da war, die ihn kannte
Ausgangslage: Ein interner Servicebetrieb mit wechselnden Fachkräften. Öffnung, Gerätebetrieb, Kasse, Dokumentation, Reinigung, Tagesabschluss und die Sonderfälle steckten im Erfahrungswissen einzelner Personen und waren nirgends festgehalten. Fiel jemand aus, begann die Einarbeitung von vorn.
Bearbeitet: Die tatsächlichen Abläufe vor Ort aufgenommen, Widersprüche aufgelöst und das Erfahrungswissen in einen einheitlichen, reproduzierbaren Standortstandard überführt: Tagesablauf, Checklisten, Kassen- und Abrechnungslogik, Dokumentation, Qualitätsvorgaben, Verantwortlichkeiten und Eskalationswege.
Ergebnis: Eine eingewiesene Fachkraft übernimmt den Standort anhand eines klaren Standards. Die Personenabhängigkeit sinkt, die Einarbeitung wird kürzer, Vertretung wird planbar. Ein sauberer Prozess ist zugleich die Grundlage für Digitalisierung und KI.
Wissenssicherung und Prozessstandardisierung, 2026, anonymisiert und mit Freigabe veröffentlicht. Den vollständigen Fall lesen.
Weitere Arbeitsbeispiele
Aus anderen Mandaten und Fragestellungen.
Markt und Zielgruppen
Personaldienstleister aus Köln, rund hundert Mitarbeitende
Operativ etabliert, Neukunden fast nur aus Empfehlungen, Strategie kaum schriftlich. Gespräche aus Recruiting, Disposition und Vertrieb, SWOT, Zielgruppenanalyse, priorisierter Maßnahmenplan.
Positionierung und Saison
Tagungs- und Eventunternehmen, mehrere Standorte
Breites Angebot, schwach kommuniziertes Firmenkundengeschäft, schwaches Winterhalbjahr. Markt- und Wettbewerbsanalyse, Positionierung des B2B-Angebots, saisonales Format aus vorhandenen Ressourcen.
Kommunikation und Ansprache
Website eines Dienstleisters mit sechs Leistungsseiten
Befund: austauschbare Kommunikation, jeder zweite Betrieb der Branche hätte dieselben Texte verwenden können. Neue Ansprache konsequent in der Ich-Form, weil Auftraggeber wissen wollen, wer verantwortlich ist.
Content und Standorte
Mehrstandort-Betrieb im Rheinland
Standorte digital uneinheitlich dargestellt, Inhalte ohne gemeinsame Struktur. Themenstruktur, Plattformlogik und klare Zuständigkeiten dafür, wer die Inhalte im Alltag pflegt.
Aufbau eines Unternehmens
Ästhetik- und Wellnessstudio in Düsseldorf
Fachlich stark, wirtschaftlich noch nicht existent: keine Positionierung, keine Marke, kein Buchungssystem, keine Preislogik. Portfolio in vier Säulen, Break-even-Rechnung, Marke, Website, Buchung, Druckmaterial. Bei allen Wirkaussagen galt Vorrang für die Rechtslage.
Geschäftsmodell und Preise
Kalkulation im Dienstleistungsgeschäft
Preise je Leistungsart gegen Stundenkosten, Fahrzeiten und Material gerechnet. Ergebnis: Welche Leistungen tatsächlich Geld verdienen, welche vor allem Arbeit verursachen und wo ein Jahresvertrag die Saison glättet.
Vor der Beratung
Verantwortung im Tagesgeschäft, bevor ich beraten habe.
Eventlocation, Standortleitung
45.000 → 130.000 € Jahresumsatz
Anfragebearbeitung, Angebotslogik, Rechnungswesen und Personal neu aufgebaut. Veranstaltungen von acht bis 199 Personen kalkuliert und umgesetzt.
Dienstleistungsnetz, bundesweit
60 Standorte, 30 Filialen in 30 Tagen
Operative Steuerung in einer stark wachsenden Organisation, Personalverantwortung bis 800 Mitarbeitende, Aufbau eines Zentralbüros mit zwölf Personen.
Gastronomie, rund 35 Mitarbeitende
Lieferbetrieb in 24 Stunden
Im Lockdown mit digitalen Bestell- und Kommunikationswegen aufgebaut, danach bis zu 200 Bestellungen täglich. Zuvor Marketing, Personalplanung und Serviceabläufe verantwortet.
Mehr dazu im Werdegang.