
Unternehmen führen
Was kostet Unternehmensberatung für kleine Unternehmen?
Die falsche Frage lautet: Was kostet eine Stunde Unternehmensberater? Die bessere lautet: Welche Entscheidung soll durch die Beratung besser werden und welchen wirtschaftlichen Wert hat sie für das Unternehmen?
Bei DiKoKi kostet ein klar abgegrenztes Unternehmensberatungsmandat nach BAFA-Logik 3.500 Euro. Ein Unternehmergespräch beginnt bei 390 Euro, Digitalisierungsberatung bei 6.000 Euro und KI-Konzeptberatung bei 12.000 Euro. Der Preis folgt dem Umfang, der Untersuchungstiefe und der Verantwortung des Projekts.
Warum der Stundensatz alleine wenig erklärt
Zwei Berater können denselben Stundensatz verlangen und völlig unterschiedliche Leistungen anbieten. Der eine führt fünf Gespräche und liefert eine Präsentation. Der andere nimmt Abläufe auf, wertet Zahlen aus, spricht mit Mitarbeitenden, rechnet Alternativen durch und erstellt einen konkreten Maßnahmenplan.
Deshalb sollte vor dem Preis geklärt sein: Welche Frage wird bearbeitet? Welche Daten werden ausgewertet? Welche Personen werden einbezogen? Welche Entscheidung soll am Ende möglich sein? Was erhält das Unternehmen schriftlich? Was gehört ausdrücklich nicht zum Auftrag?
Erst danach lassen sich Angebote vergleichen.
Die Beratung muss kleiner sein als das Problem
Ein einfaches Prüfkriterium lautet: Erwarteter wirtschaftlicher Effekt größer als Kosten der Beratung plus Kosten der Umsetzung. Das ist eine Investitionslogik.
Beispiel: Ein Dienstleistungsunternehmen prüft eine Software, die über drei Jahre 18.000 Euro an Lizenz- und Einführungskosten verursacht. Eine Analyse zeigt, dass ein schlankeres System für den aktuellen Betrieb genügt. Dann kann bereits eine einzige vermiedene Fehlentscheidung einen großen Teil des Beratungswertes erklären.
Anderes Beispiel: Ein Unternehmen verliert regelmäßig Anfragen, weil niemand systematisch nachfasst. Wenn aus 20 monatlichen Anfragen bislang zwei Aufträge entstehen und ein sauberer Vertriebsprozess drei ermöglicht, muss der zusätzliche Deckungsbeitrag gegen Beratungs- und Umsetzungskosten gerechnet werden, mit echten Zahlen statt mit einem Bauchgefühl.
Wann 3.500 Euro zu viel sind
Wenn die Frage bereits beantwortet ist und nur jemand die Arbeit ausführen soll, ist Unternehmensberatung meist der falsche Einkauf.
Wer genau weiß, welches CRM eingeführt werden soll und nur technische Einrichtung braucht, benötigt eher einen Implementierungspartner. Wer bereits einen fertigen Arbeitsvertrag braucht, geht zum Fachanwalt. Wer eine Steuerfrage klären muss, zum Steuerberater.
Beratung wird sinnvoll, wenn vor der Umsetzung noch entschieden werden muss, was getan werden soll und warum.
Förderung verändert den Eigenanteil, nicht die Aufgabe
Für förderfähige Unternehmensberatungen liegt die maximale Bemessungsgrundlage des BAFA-Programms bei 3.500 Euro. In Nordrhein-Westfalen beträgt der mögliche Zuschuss aktuell 50 Prozent, höchstens 1.750 Euro. In den förderbegünstigten Regionen mit 80-Prozent-Satz sind bis zu 2.800 Euro möglich.
Das Unternehmen bezahlt die Beratung zunächst vollständig. Der BAFA-Zuschuss wird nach Abschluss, Verwendungsnachweis und Prüfung ausgezahlt. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.
Eine Beratung sollte trotzdem nicht deshalb entstehen, weil es einen Zuschuss gibt. 1.750 Euro Eigenanteil für eine nutzlose Analyse sind immer noch 1.750 Euro zu viel.
So prüfen Sie ein Beratungsangebot
Vor einer Beauftragung sollten drei Zahlen benennbar sein: der Entscheidungswert, also welche Kosten, Umsätze oder Kapazitäten an der Frage hängen; die Projektkosten aus Beratung plus erwarteter Umsetzung; und eine Messgröße, an der später sichtbar wird, ob die Entscheidung richtig war.
Wenn keine dieser Größen grob benannt werden kann, ist das Vorhaben wahrscheinlich noch nicht sauber genug abgegrenzt.
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Text: Igor Solowjew