Zum Hauptinhalt springen
Auswertung von Zahlen auf einem Schreibtisch

Sichtbarkeit und Inhalte

Lohnen sich 20 neue Seiten im Monat?

Das Angebot liegt auf dem Tisch: zehn bis vierzig neue Seiten im Monat, zwölf Monate lang, alles inklusive. Am Ende stünden ein paar hundert zusätzliche Seiten auf Ihrer Website. Die Zahl klingt nach Fortschritt. Ob irgendjemand diese Seiten braucht, ist eine andere Frage.

Kurz gesagt: Eine Website braucht so viele Seiten, wie ihre Kunden Fragen haben, bevor sie sich entscheiden. Diese Liste ist fast immer kürzer, als ein Angebot über 240 Seiten vermuten lässt. Was darüber hinausgeht, verteilt Aufmerksamkeit, macht Arbeit und kann von Google als Masseninhalt gewertet werden.

Wofür eine Seite da sein muss

Jede Seite sollte eine Frage beantworten, die ein echter Kunde stellt, bevor er sich für einen Anbieter entscheidet. Das klingt banal und ist trotzdem der Punkt, an dem die meisten Content-Pläne scheitern. Sie gehen von der Frage aus, worüber man schreiben könnte. Tragfähiger ist die Frage, was jemand wissen will, bevor er anruft.

Nehmen Sie einen Elektro­betrieb mit fünf Haupt­leistungen. Vor einer Wallbox will der Kunde wissen, was sie mit Installation kostet, ob der Netzbetreiber zustimmen muss und was er vor dem Termin vorbereiten soll. Vor einem neuen Zählerschrank fragt er, wie lange der Strom weg ist. Vor einer Photovoltaikanlage, ob sich ein Speicher rechnet. Je Leistung kommen vier bis sechs solcher Fragen zusammen, bei fünf Leistungen also rund fünfundzwanzig.

Fünfundzwanzig gute Seiten decken ab, was dieser Betrieb braucht. Die übrigen 215 aus dem Angebot hätten nichts mehr zu beantworten.

Woran Sie erkennen, dass es zu viel wird

Das erste Zeichen: Zwei Seiten beantworten dieselbe Frage mit anderen Worten. Dann konkurrieren sie in der Suche gegeneinander, und keine von beiden setzt sich durch.

Ein zweites sind Seiten, die mit dem eigenen Angebot kaum noch zu tun haben. Ein Artikel über die Geschichte der Elektrizität bringt Besucher, die etwas lernen wollen und nichts kaufen werden.

Das deutlichste Zeichen ist, wenn Sie selbst nicht mehr wissen, was auf Ihrer Website steht. Spätestens dann prüft auch niemand mehr, ob es noch stimmt.

Was Google über massenhaft erzeugte Seiten sagt

Seit März 2024 führt Google in seinen Spam-Richtlinien den Missbrauch skalierter Inhalte. Gemeint sind viele Seiten, die vor allem erstellt werden, um in der Suche weit oben zu stehen, und Nutzern dabei wenig bieten. Wer sie geschrieben hat, spielt keine Rolle, ob Mensch, Maschine oder Agentur.

Künstliche Intelligenz beim Schreiben ist ausdrücklich kein Verstoß. Die Richtlinie richtet sich gegen Menge ohne erkennbaren Nutzen. Das Risiko steigt, je austauschbarer die Texte werden, und austauschbar werden sie fast zwangsläufig, wenn jeden Monat zwanzig Stück entstehen müssen.

Jede Seite ist eine Verbindlichkeit

Was in solchen Angeboten selten steht: Seiten müssen gepflegt werden. Preise ändern sich, Förderbedingungen laufen aus, Ansprechpartner wechseln, verlinkte Quellen verschwinden. Bei 240 zusätzlichen Seiten entsteht im zweiten Jahr ein Wartungsaufwand, den niemand eingeplant hat. Veraltete Angaben auf der eigenen Website kosten Vertrauen genau in dem Moment, in dem jemand kurz vor einer Anfrage steht.

Der Maßstab gilt auch für diese Website

Jeder Artikel im Wissensbereich von DiKoKi beantwortet eine Frage aus der Beratungspraxis, und jeder muss nachgezogen werden, wenn sich Förderbedingungen, Preise oder Programme ändern. Für ein Einzel­unternehmen ist das bereits eine Menge, die Sorgfalt verlangt. Wer diesen Artikel liest, darf die Website an genau diesem Maßstab messen.

Die Frage, die weiterhilft

Die bessere Frage lautet: Welche Entscheidungen treffen Ihre Kunden, bevor sie bei Ihnen kaufen, und welche Frage gehört zu jeder davon? Daraus entsteht eine Liste, und diese Liste hat ein Ende.

Sie in Ruhe abzuarbeiten, jede Seite mit einem Beispiel aus dem eigenen Betrieb oder einer eigenen Einschätzung, bringt mehr als jede Seitenzahl. Danach zeigt die Search Console, welche Fragen tatsächlich gesucht werden. Erst dann lohnt es sich, über weitere Seiten nachzudenken.

Was eine Website konzeptionell leisten muss, bevor Inhalte produziert werden, steht in Was eine Website leisten muss, bevor sie schön sein darf, warum Besucher allein nichts bringen in Warum Ihre Website Besucher hat, aber keine Kunden bringt, und ob regelmäßige Beiträge überhaupt tragen in Brauche ich einen Blog für mein Handwerks­unternehmen?

Text: Igor Solowjew

Wie viele Seiten braucht Ihr Geschäft wirklich?

Kaufentscheidungen, Fragen, Prioritäten im Erstgespräch leiten wir die tatsächlich nötige Themenliste ab

Erstgespräch vereinbaren

Oder direkt anrufen oder schreiben 015678 344108Per WhatsApp schreibenkontakt@dikoki.de