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Einmal fragen reicht nicht: So prüfen Sie, ob ChatGPT Ihren Betrieb empfiehlt

Dieselbe Frage kann heute eine Nennung bringen und morgen keine. Mit fünf Fragen, zwei Diensten und einem Messbogen erkennen Sie trotzdem, wie es um Ihren Betrieb steht.

Kurz gesagt: Eine einzelne Antwort beweist nichts, weil KI-Dienste dieselbe Frage nicht jedes Mal gleich beantworten. Stellen Sie fünf echte Kundenfragen bei zwei Diensten, jede mehrfach, halten Sie Datum und Ergebnis schriftlich fest und wiederholen Sie das alle drei Monate. Dabei entsteht ein Muster, keine genaue Zahl.

Warum sagt eine einzelne Antwort so wenig?

Fragen Sie ChatGPT heute nach einem Betrieb Ihrer Branche an Ihrem Ort, steht Ihr Name vielleicht in der Antwort. Fragen Sie morgen noch einmal, steht ein anderer dort oder keiner. Die Betreiber legen nicht offen, wie ihre Systeme auswählen, und die Antworten schwanken von Tag zu Tag. Ein Screenshot mit Ihrem Namen ist deshalb ein schöner Moment, aber kein Befund. Umgekehrt gilt dasselbe: Eine Antwort ohne Ihren Namen heißt nicht, dass Sie nie genannt werden.

Welche fünf Fragen sollten Sie stellen?

Fragen Sie so, wie Ihre Kunden fragen würden, und ohne Ihren Firmennamen. Steht Ihr Name in der Frage, prüfen Sie nur, ob der Dienst Sie kennt, nicht ob er Sie empfiehlt. Fünf Vorlagen, in die Sie Leistung, Ort und Region einsetzen:

  1. „Wer macht in [Ort] zuverlässig [Leistung]?“
  2. „Ich habe [Problem]. Wer kann mir in [Region] helfen?“
  3. „Worauf achte ich bei der Suche nach einem [Betrieb] in [Ort], und wen können Sie empfehlen?“
  4. „Welche [Betriebe] in [Ort] eignen sich für [Zielgruppe]?“
  5. „Was kostet [Leistung] in [Region], und wer bietet sie an?“

Formulieren Sie um, wenn Ihre Kunden anders sprechen. Notieren Sie die Fragen wörtlich, denn nur identische Fragen lassen sich in drei Monaten vergleichen.

Wie gehen Sie vor, damit das Ergebnis etwas taugt?

Nehmen Sie zwei Dienste, etwa ChatGPT und Perplexity. Beginnen Sie für jede Antwort einen neuen Chat, damit frühere Fragen die Antwort nicht färben. Stellen Sie jede Frage mehrmals, mindestens dreimal. Halten Sie jedes Mal fest, wann Sie gefragt haben, bei welchem Dienst, ob Ihr Betrieb genannt wurde und wer stattdessen. Die letzte Spalte ist oft die lehrreichste, denn sie zeigt, wen die Dienste für vergleichbar halten.

Messbogen zum Abschreiben
DatumDienstFrage Nr.DurchgangBetrieb genannt?Wer stattdessen?
TT.MM.JJJJChatGPT11 von 3ja / neinName des Betriebs

Was sagt „6 von 15“ aus, und was nicht?

Bei meiner eigenen Prüfung am 16.10.2026 hat ChatGPT mich bei 6 von 15 Fragen genannt, wobei ich jede Frage nur einmal gestellt habe. Perplexity nannte mich bei 1 von 15, Claude bei keiner von 30 Antworten. Bei Google stand ich mit vier Suchbegriffen ohne Firmennamen bei keinem unter den ersten zehn Ergebnissen, mit dem Firmennamen auf Platz 1. Die Technik meiner Website erreichte 94 von 100 Punkten.

Aus 6 von 15 folgt keine feste Quote. Die rechnerischen 40 Prozent sind nur der Mittelpunkt: Bei so wenigen Fragen liegt die tatsächliche Trefferquote irgendwo zwischen etwa einem Fünftel und knapp zwei Dritteln. Das ist breit, und es gilt nur für diese Fragen an diesem Tag. Bei 1 von 15 lässt sich nicht einmal sagen, ob es mehr war als ein Zufallstreffer. 0 von 30 spricht dafür, dass eine Nennung bei Claude selten ist, mehr nicht. Ob die Unterschiede zwischen den Diensten echt oder Zufall sind, kann ein einzelner Lauf nicht beantworten.

Daraus folgt die Arbeitsregel: Vergleichen Sie Läufe mit demselben Messbogen über die Zeit, statt einer einzelnen Zahl zu trauen. Je mehr Antworten, desto schmaler der Spielraum.

Darf die KI Ihre Website überhaupt lesen?

Das ist die Voraussetzung, noch kein Grund für eine Empfehlung. Was Programme auf Ihrer Website lesen dürfen, steht in der Datei robots.txt. Sie öffnen sie im Browser unter ihr-betrieb.de/robots.txt. Prüfen Sie vor allem, dass dort nicht versehentlich alles gesperrt ist, erkennbar an der Zeile „Disallow: /“ unter „User-agent: *“.

OpenAI unterscheidet laut eigener Dokumentation mehrere Zugriffe. Der OAI-SearchBot gehört zur Suche in ChatGPT: Wer ihn ausschließt, wird in den Suchantworten von ChatGPT nicht angezeigt. Der GPTBot dient dem Training der Modelle. Beide Einstellungen sind voneinander unabhängig, Sie können also die Suche erlauben und das Training sperren. Änderungen brauchen laut OpenAI etwa 24 Stunden, bis sie wirken. Bei Google steuert der Eintrag Google-Extended, ob Inhalte für künftige Gemini-Modelle genutzt werden. Laut Google beeinflusst er weder die Aufnahme in die Google-Suche noch das Ranking.

Bei mir ist die Technik in Ordnung, und Claude hat mich in 30 Antworten trotzdem nicht genannt. Technik räumt Hindernisse aus dem Weg, eine Empfehlung bewirkt sie nicht. Nach meiner Erfahrung wird genannt, wessen Angebot klar ist und wen andere bestätigen. Belegen kann ich das nicht, denn wie die Dienste auswählen, ist nicht öffentlich.

Wie oft sollten Sie wiederholen, und was tun Sie dazwischen?

Alle drei Monate, mit denselben Fragen und demselben Messbogen. Dazwischen ändern Sie, was Sie ändern können: Fassen Sie Ihr Angebot in zwei Sätzen, die ein Fremder versteht, und gleichen Sie Ihre Angaben überall an. Warum das zählt, steht in Warum ChatGPT Ihren Betrieb nicht empfiehlt und in Was widersprüchliche Firmendaten kosten. Ob sich der Aufwand für Ihre Branche lohnt, hilft KI-Suche statt Google einzuschätzen. Und wenn Sie einen Anbieter beauftragen wollen, lesen Sie vorher Sechs Fragen, bevor Sie einen Anbieter beauftragen.

Häufige Fragen zur Selbstprüfung

Reichen drei Fragen für einen ersten Eindruck?
Für einen ersten Eindruck ja, für ein Muster nein. Mit wenigen Antworten bleibt der Spielraum groß. Beim eigenen Lauf mit 6 von 15 liegt die tatsächliche Trefferquote irgendwo zwischen etwa einem Fünftel und knapp zwei Dritteln.
Soll ich meinen Firmennamen in die Frage schreiben?
Nein. Mit Namen prüfen Sie, ob der Dienst Sie kennt. Kunden, die Sie noch nicht kennen, fragen ohne Ihren Namen, und genau diese Frage zeigt, ob Sie empfohlen werden.
Was tue ich, wenn mein Betrieb nie genannt wird?
Prüfen Sie zuerst, ob Ihre Kunden überhaupt so fragen, etwa mit der Frage „Wie sind Sie auf uns gekommen?“ im Erstgespräch. Danach fassen Sie Ihr Angebot klar, gleichen Ihre Angaben an und messen nach drei Monaten mit demselben Messbogen erneut.

Ob KI-Dienste Ihren Betrieb nennen, zeigt der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check.

Text: Igor Solowjew · Stand: 17.10.2026

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